Öko-Landbau-Zentrum

Das Öko-Landbau-Zentrum in Darmstadt?  


In diesem Jahr gab es erstmals einen Tag der offenen Tür im Öko-Landbau-Zentrum in Darmstadt, zu dem auch die Gartenzentrale dazu gehört. Noch nie gehört?  Schade! 

Mein Vater hat immer gesagt: 'Ein Huhn legt jeden Tag ein Ei und gackert darüber den ganzen Tag. Ein Karpfen legt viele Hundert Eier und schweigt'. Vielleicht sind wir, vom Öko-Landbau-Zentrum der Karpfen. Der im Griesheimer Sand, mit viel Mühe über Jahrzehnte hinweg große Brachflächen erschlossen hat und durch eine konstante biologische Bewirtschaftung bis heute erhalten hat.


Direkt nach dem Krieg 1946, hat die Familie Eisele die Baumschule auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz im Westen Darmstadts gegründet. Die Bedingungen waren denkbar ungünstig: ein leichter, unfruchtbarer Boden und die Zerstörungen durch die militärische Nutzung.  Neben ökonomischen Überlegungen waren aber auch andere Motive für die Gründung der Baumschule an diesem Ort maßgebend: die Idee der biologisch-dynamischen Wirtschaftsweise nach Rudolf Steiner, die Kurt Eisele zu diesem Weg bewog und den er in den nächsten Jahren zielstrebig weiter verfolgte.

Mit Hilfe seiner Mitarbeiter, viele davon Flüchtlinge aus dem Osten, wurde die Fläche in mühevoller Handarbeit entrümpelt und nach und nach urbar gemacht. Es wurden Unterkünfte  gebaut, der Eichwaldhof mit Stallungen für das Vieh und die ersten Baumschulflächen angelegt.  Sie bauten Brunnen für die Wasserversorgung und  einfache Wirtschaftsgebäude, in denen die Pflanzen sortiert und für den Versand fertig gemacht wurden. Und das alles unter den Bedingungen der direkten Nachkriegszeit. 

 

Sie haben aber auch die vielen Hecken angelegt, die bis heute das bis dahin völlig offene liegende Gelände,  vor den berüchtigten Staubstürmen schützen. Diese seltene Heckenlandschaft, überwiegend aus Laubgehölzen, aber auch Nadelbäumen, bildet bis heute das prägende Landschaftselement mit einer Gesamtlänge von über 10 km! Die Hecken schaffen nicht nur Schutz und ein besonderes Kleinklima  für die angebauten Pflanzen, sie sind auch die Heimat von sehr vielen Vögeln und Insekten in der eher unwirtlichen Gemarkung.

 

Die Baumschule wurde von Anfang an auf einer Fläche von 50 Hektar an biologisch-dynamisch bewirtschaftet. Es wurde eine Kreislaufwirtschaft geschaffen, gedüngt wurde mit eigenem Kompost und Mist vom Eichwaldhof, der für die Versorgung der Mitarbeiter zuständig war. Der schwierige Anbau der Pflanzen wurde durch die Anwendung von biologisch-dynamischen Präparaten und Jauchen unterstützt. Es waren harte Jahre, besonders da man gegen Baumschulen konkurrieren musste, die Pflanzen produzierten, mit dem damals üblichen bedenkenlosen Einsatz von Herbiziden und Bodenentseuchungsmitteln.  Nach dem die Wälder mit neuen Nadelgehölzen aufgepflanzt waren, wurden zunehmend Laubgehölze für Landschaftsbegrünung nachgefragt.  

Die Baumschule wurde erweitert und daneben auch die Gartenzentrale für den Privatverkauf gegründet. Zeitweise wurden in der Baumschule rund 1000 verschiedene Pflanzenarten in vielen Größen angebaut und im laufenden Baumschulbetrieb über die Jahrzehnte unzählige Gärtner ausgebildet. Heute wird ein großer Teil der Baumschule wieder mit Forstpflanzen bepflanzt.     

Bedingt durch den Kostendruck, die notwendige Spezialisierung und den Zukauf von Pflanzen, konnte der Ursprungsgedanke der großen Wirtschaftsgemeinschaft in biologisch-dynamischer Weise nicht erhalten werden. Aber alle Firmen, die bis heute im Öko-Landbau-Zentrum ansässig sind, arbeiten nach anerkannt biologischen Richtlinien. Allein der Eichwaldhof wird bis heute durchgehend nach den DEMETER-Richtlinien bewirtschaftet.   

Am Tag der offenen Tür wollen wir Ihnen zeigen, wer wir sind. Nicht nur die Gartenzentrale mit den vielen tollen Rosen ihren Garten. Sie können unseren  Nachbarn, den Eichwaldhof besuchen, die schönen Kühe auf der Weide sehen und an einer Rundfahrt mit der Familie Förster teilnehmen. Seit 1948 ist der Eichwaldhof ein Demeter-Bauernhof und damit einer der ältesten zertifizierten Demeter-Betriebe überhaupt. Biologisch-dynamischer Landbau nach höchstem Standard. Gemüse und Getreide die auch im Hofladen erworben werden können www.eichwaldhof.de

Die Baumschule ist heute auch bekannt durch den Anbau der RESISTA-Ulmen.  Fast alle heimischen Ulmen wurden durch den Ulmen-Splintkäfer zum Sterben gebracht. 1982 wurde mit der Produktion von resistenten Ulmen begonnen.  Heute werden diese Ulmen europaweit vertrieben und  füllen wieder die Lücken, die das Ulmensterben hinterlassen hat.  www.resista-ulmen.com

Die Zentrale von DEMETER ist auch auf den Gelände ansässig. Lernen Sie Demeter und die Arbeit für die bio-dynamische Qualität kennen und verstehen. Begegnen  Demeter beim Tag der offenen Tür am 04. Juni bei APPEL. www.demeter.de

Appels Wilde Samen bietet seit Jahrzehnten viele Hundert verschiedene Wildpflanzensamen an. Für die Renaturierung  von Landschaftsflächen, aber auch für den Naturgarten. Ein Teil der Pflanzen wird selbst angebaut, gereinigt und dann gelagert. Im eigenen Labor werden die Samen auf ihre Qualität untersucht. www.appelswilde.de

Wenn  Sie uns also demnächst wieder besuchen und vielleicht die Zeit für einen Sparziergang erübrigen, dann sehen auch das Resultat der bis heute andauernden Arbeit in Verantwortung für die Natur am Rande des Naturschutzgebietes Griesheimer Düne. (sm)

 

Wir freuen uns auf Ihren Besuch im Öko-Landbau-Zentrum!