Ein guter Obstbaum

Der Herbst ist die beste Zeit um Obstgehölze zu pflanzen. Damit der Baumkauf auch noch in 10 Jahren Freude bereitet, sollte man ein paar einfache Kriterien beachten.

Wir beziehen unsere Obstpflanzen von spezialisierten Obstbaumschulen, die dank  jahrzehntelanger Erfahrung, Pflanzen von hoher Qualität heranziehen, die dann auch zu guten Obstbäumen heranwachsen.

Unsere Obstgehölze weisen folgende Qualitätsmerkmale auf:

Der Wurzelballen:     
Pflanzen, die im Topf angeboten werden, haben viele helle Feinwurzeln und ein kompakten Wurzelballen, der beim Herausnehmen nicht auseinander fällt. Diese Bäume werden auch im Sommer angeboten und können außer bei Bodenfrost zu jeder Jahreszeit gepflanzt werden.
Die meisten Obstgehölze lagern wir aber ganz natürlich und für die Pflanze angenehm, in einem ´Einschlag'. So heißen die Quartiere, wo die Pflanzen abgedeckt mit Erde, griffbereit für den Verkauf stehen. Diese wurzelnackten Pflanzen sind die ursprünglichste Form des Pflanzenangebotes, denn die  wurzelnackten Pflanzen bleiben die ganze Zeit über in Kontakt mit Erde.  Die Pflanzen sind günstiger, aber auch empfindlicher gegen Austrocknung.

Die Veredlungsstelle   
Das ist der dicke Knoten dicht über dem Wurzelkranz. An dieser Stelle sind die Unterlage (bringt die Wurzeln mit und bestimmt die spätere Größe der Pflanze) und die jeweilige Obstsorte (bildet den Stamm und die Krone der Pflanze) miteinander  verwachsen. Die Veredlungsstelle muss gut verwachsen sein, darf keine Verletzungen aufweisen und der Stamm muss trotz der Verdickung gerade wachsen.
Die Veredlungsstelle darf nie in den Boden kommen, sonst kann die veredelte Obstsorte an dieser Stelle eigene  Wurzeln bilden. Fatal wirkt sich das bei stark wachsenden Edelsorten aus, die auf einer schwach wachsenden Unterlage aufgepfropft sind, die Veredlung macht sich selbständig  und wächst ohne die Unterlage in die Höhe. So kann aus einem gewählten kleinen Baum ein richtig großer Baum heranwachsen.

Die gängigsten Unterlagen sind:

M26 für schwach wachsende Apfelbäume, die nicht auf ideale Böden gepflanzt werden

A 2  für Apfel-Halbstämme

Sämlingsunterlage für Apfel-Hochstämme

Quitte A für kleinbleibende Birnbäume

Kirchensaller Mostbirne für Halb- und Hochstämme

GiSelA 5 für kleinbleibende Süßkirschen

Limburger für Kirschenhalb- und Hochstämme

Pixy für kleinbleibende Zwetschen,Pflaumen,Renekloden und Mirabellen

St.Julien A Halb- und Hochstämme bei Zwetschen, Pflaumen, Renekloden und Mirabellen

Das Etikett        
Viele angebotene Bäume werden mit bunten Etiketten angeboten, ganz wichtige Angaben fehlen aber oft.  Auf dem verbindlichen an die Pflanze geklammerten Sortenetikett muss zweifelsfrei Sorte, Anzuchtform, Unterlage und /oder Stammbildner und Virusstatus angegeben sein, sowie die Betriebsnummer der Obstbaumschule. Das Etikett bewahrt man am besten nicht am Baum, sondern gesondert auf.  Ein Obstbaum ist oft eine Anschaffung fürs Leben, deshalb sollte man hier keine Kompromisse eingehen.

Der Wuchs        
Für uns sind die Gütebestimmungen des BdB (Bund deutscher Baumschule) bindend, diese besagen, dass folgende Mindest- Stammhöhen einzuhalten sind:

Büsche: 40-60 cm
Halbstamm  100-120 cm
Hochstamm  160-180 cm

Die Veredelungsstelle muss sich mindestens 10 cm über dem Erdboden befinden. Kern -  und Steinobst soll 4 der Sorte entsprechende kräftige Triebe einschließlich des Leittriebes (Mitteltrieb) aufweisend. Einjährige Kopfveredlungen (meist bei Kirsche) müssen 3 der Sorte entsprechende kräftige Triebe oder einen starken Mitteltrieb mit sortentypischen Seitentrieben haben.

Wichtig: der Pflanzschnitt
Der erforderliche Pflanzschnitt soll das Anwachsen erleichtern und ist gleichzeitig auch der erste Kronenaufbauschnitt. Durch ihn kann man von Beginn an die gewünschte Krone aufbauen. Soll der Baum noch größer werden, schneidet man den Leittrieb als einen die Seitenäste überragenden Trieb. Der höchste bekommt immer am meisten „Saft“. Soll der Baum klein bleiben und früh Früchte tragen, dann werden alle Äste auf gleicher Höhe eingekürzt. Alle bekommen im nächsten Jahr gleich viel Wasser und Nährstoffe und bilden sich gleichwertig aus. Möchte man einen Spalierbaum erziehen, belässt man nur zwei Hauptäste zum Anbinden und schneidet die Spitze zurück. An einem  frei wachsenden Baum belässt man 3 bis max. 4 Seitenäste, die möglich gleichmäßig in alle Himmelsrichtungen verteilt sein sollten. Meist ist der Astwinkel der jungen Bäume zu steil, hier muss am Pflanzort der ideale 45° Winkel mit Hilfe von Herunterbinden oder Abspreizen hergestellt werden.

Unsere Mitarbeiter machen Ihnen die Pflanze gerne 'pflanzfertig'und führen den korrekten Ast- und Wurzelschnitt durch.

Bei Halb- und Hochstämmen ist der Erziehungsschnitt noch einige Jahre notwendig. Die Haupttragäste werden dadurch gestärkt, um einmal die Erntelast tragen zu können. Diese Bäume werden auch erst nach 4-5 Jahren mit einem nennenswerten Ertrag beginnen. Ein Buschbaum trägt bei guter Behandlung bereits im 2. Jahr nach der Pflanzung.

Die dafür erforderlichen Tricks können Sie gerne bei unseren Obstschnittkursen lernen.