Pflück Dich glücklich! Obst aus dem eigenen Garten

Pflück Dich glücklich! Obst aus dem eigenen Garten

 

Zunächst aus der Not nach dem Krieg haben die Griesheimer in ihren Gärten fast alles selbst angebaut. Manch einer mag sich noch an die vollen Regale mit eingemachten Bohnen, Gurken, Kirschen, Pfirsichen und vieles mehr erinnern. Alle Sorten Obst wuchs zusammen mit Gemüse und manche hatten auch ein paar Hühner. Noch heute pflanzen die Griesheimer Landwirte rund um unseren Ort nicht nur Spargel und Erdbeeren, auch gutes Gemüse und viel Salat. Doch was gibt es Schöneres, als im eigenen Garten oder auf dem Balkon selbst etwas heranzuziehen, ist das Erfolgserlebnis doch lecker und besonders frisch. Klassisch sind natürlich die Kräuter, die ohne Aromaverlust direkt vom Beet oder Topf in der Küche Verwendung finden, keine Verpackung, keine welken Blätter, sondern voller Geschmack. Recht einfach lassen sich auch Tomaten, Kohlrabi oder Salat sogar in Töpfen oder Kästen ziehen. Hochbeete ersetzen inzwischen die klassischen Frühbeete im Garten und erleichtern nicht nur den Rücken, sondern lassen auch mehr Ernte wachsen, denn das Erdreich erwärmt sich viel schneller. Dies wirkt wie ein Turbo auf die Wurzeln der Pflanzen.

 

Die Gärten Griesheims werden inzwischen immer kleiner, meist wurde in Omas Garten ein Haus in zweiter Reihe gebaut. Auch wenn es dadurch den großen Kirschbaum nicht mehr gibt, bei dem die besten Früchte immer außen hingen, wo man mit der Leiter nicht mehr hinkam, gibt es inzwischen genügend kleinwüchsige Obstsorten, die ein Ernten auch auf kleiner Fläche erlauben. Mit den Blüten helfen wir den Insekten, wir erhalten als Dank die Bestäubung und anschließend leckere Früchte. Der Trend zu kleinwüchsigem Obst begann schon in den 50er Jahren, gewünschte Sorten werden seither auf schwachwachsenden Wurzeln veredelt. 1989 kamen die ersten Säulenäpfel in die Baumschulen. Sie alle stammen von einem einzigen Ast ab, den ein polnischstämmiger Obstanbauer in Kanada an einem seiner Bäume entdeckte. Es war ein natürlich entstandener Gendefekt, der sich gut weitervererbte, so konnte er für die Sortenzüchtung genutzt werden. Natürlich waren zuerst die Erwerbsobstbauer an schmal wachsenden Bäumen interessiert. Die Bäume bringen dicht gepflanzt hohe Erträge und machen wenig Arbeit im Schnitt. Erst später kamen die ersten Sorten für Hobbygärtner, da sie sehr einfach in der Pflege sind. Inzwischen sind durch weitere Züchtungen sehr wohlschmeckende Sorten entstanden. Allen gleich ist der senkrechte Haupttrieb mit kurzen Seitenästen, die nur eine Höhe von etwa 2 m erreichen. Lediglich die Seitentriebe werden auf 20 cm oder weniger eingekürzt. Ohne diesen Schnitt entwickeln sich am Stamm kurze dicke Äste, der Wuchs ähnelt dann an einen Kaktus in der Mohavewüste. Säulenäpfel neigen zu äußerst reichem Fruchtansatz, die jungen Früchte sollten in Walnussgröße auf etwa 7 Früchte pro Meter Stammlänge reduziert werden. Durch den schlanken Wuchs sind sie sogar für die Kultur in großen Kübeln auf dem Balkon und Terrasse geeignet..Sie können auch eine fruchttragende Hecke bilden oder unschöne Mauern und Wände verdecken. Säulenäpfel werden von jedem normal wachsenden Apfel sowie Zieräpfeln in der Nachbarschaft befruchtet.

 

Der Erfolg der Säulenäpfel erzeugte auch eine große Nachfrage nach weiteren Obstsorten mit gleichem Wuchs. Bei den anderen Obstarten gibt es allerdings keine  vergleichbaren superschmalen Varianten. Die Nektarine ‚Alice Col‘, Sauerkirsche ‚Jachim‘ oder Pflaume ‚Safira‘ verzweigen sich reich, allerdings mit schlank aufrecht strebenden Seitenzweigen, also eher schlank buschig. Außerdem gibt es noch ausgesprochene Zwergsorten von Birne, Mirabelle, Pfirsich und Kirsche, diese bekommen eine kleine runde Krone und sind sehr dekorativ in großen Kübeln.

Neu sind schwachwachsende Him- und Brombeeren. Nur etwa 1 Meter hoch und an diesjährigen Ruten fruchtende Sorten machen umständliche Erziehung am Spalier  überflüssig. Heidelbeeren wachsen wunderbar im Topf, kleinbleibende immergrüne oder zweimal tragende Sorten sind zudem dekorative Gehölze. Einfach morgens schnell die vitaminreichen Früchte fürs Müsli im eigene Garten oder Balkon pflücken, besser kann man nicht in den Tag starten! Ist bei Ihnen das Naschen in Oma‘s Garten auch eine schöne Kindheitserinnerung? Dann sollten Sie Ihren Kindern auch die Gelegenheit dazu geben, gesünder geht’s nicht und sie lernen zudem spielerisch in der Natur.

Zum Gartentag der Gartenzentrale Appel am 15.September können Sie die genannten kleinbleibenden Obstsorten kennenlernen. In einem Seminar um 11:00 Uhr gibt es weitere Tipps zu Naschobst aus dem eigenen Garten. Das traditionsreiche Garten-Fest bietet neben Information auch Rundfahrten durch die Baumschule, feine kulinarische Versorgung und ausgesuchte Aussteller mit handwerklich künstlerischem Angebot rund um den Garten. Musikalisch untermalt wird der Herbstbeginn in der Gartenzentrale Appel am Pfungstädter Kreuz ab 10:00 Uhr heiter gefeiert.

Sie sind herzlich eingeladen!