Pflanzen sicher einwintern !

Winterschutz für Pflanzen
 
Den ganzen Sommer über pflegen und hegen wir unsere schönen Kübelpflanzen und freuen uns über die schöne Blütenpracht. Damit sie den Winter gut überstehen, müssen die Pflanzen schon im Sommer auf die Winterruhe vorbereitet werden. Eine zu lange und vorallem zu üppige Düngung im Hochsommer beeinflusst die Frosthärte der Pflanzen und kann im Winter zu erheblichen Holzschäden führen. Eine leichte Kalidüngung im Spätsommer unterstützt dagegen den Reifeprozess des Holzes und damit die Winterhärte der Pflanze. Die Pflanzen reduzieren ihren Stoffwechsel im Winter und benötigen keine zusätzlichen Nährstoffe.

Spätestens wenn das Thermometer fällt, ist es an der Zeit Pflanzen weg zuräumen. Grundsätzlich sollte das Einräumen aber so lange wie nur möglich herausgezögert werden, auch um die Überwinterungsphase für die Pflanzen so kurz wie möglich zu halten. Viele Kübelpflanzen sind robuster als wir denken und halten ein paar Grad über den Nullpunkt aus.  

Ganz wichtig ist es, die Pflanzen vor der Einwinterung gründlich auf Schädlinge und Krankheiten zu untersuchen. Kranke oder von Schädlingen befallene Pflanzen dürfen nicht ins Winterlager, da sie in dem Zustand geschwächt sind und evtl. den Winter nicht überstehen. Trockene oder verletzte Pflanzenteile müssen sauber weggeschnitten werden. Und,auch im Winter müssen Pflanzen mässig, aber regelmäßig gegossen werden.
 
Die hier vorgeschlagenen Schutzmaßnahmen bieten keinen absoluten Schutz, sie helfen aber, die Pflanzen gegen scharfen Wind, Sonne, große Temperaturschwankungen und extreme Nachtfröste zu schützen.
 
Mediterrane Kübelpflanzen
 
Die nächtlichen Temperaturen bewegen sich jetzt Richtung Null Grad. Die Empfindlichkeit gegenüber der Kälte variiert von Pflanze zu Pflanze erheblich: während z. B. das Wandelröschen maximal 0 °C verkraftet, stecken Olivenbäume und Oleander kurzfristig auch Temperaturen bis unter -7°C weg.
 
Vor dem ersten Frost sollten die Kübelpflanzen in den Keller oder einen anderen frostfreien (5-10°C) und nicht zu dunklen Raum umziehen. Damit sie über den Winter nicht vertrocknen, sollten sie gelegentlich etwas gegossen und regelmäßig auf Schädlingsbefall kontrolliert werden. Im Winter nicht düngen! Im Frühjahr sollten sie wieder langsam an die Sonne gewöhnt werden, deshalb nicht sofort und direkt in die pralle Sonne stellen (Sonnenbrandgefahr).
 
Überwinterung:                                                               Temperatur
Calla- und Dahlienknollen sowie Fuchsien               5-10° am besten im dunkel

Schmucklilie, Agave, Bleiwurz,
Chinesische Hanfpalme, Begonien,
Eukalyptus, Feige, Jasmin, Lorbeerbaum,
Margerite, Oleander, Olive,
Passionsblume, Vanilleblume,
Wandelröschen, Zitronenverbene
Zylinderputzer                                                                       5-10°C, hell 
 
Engelstrompete, Granatapfel, Knollenbegonien, 
Pelargonien                                                                           5-10°C, halbdunkel 
 
Dattel-Palme, Enzianstrauch, Geldbaum,
Phönix                                                                                      10-15°C, halbdunkel
 
Banane, Bougainvillea, Hibiscus, Keulenlilie,
Puderquastenstrauch, Veilchenbaum,
Abutilon, sonstige Zitruspflanzen                 
Bismarck-Palme, Kakteen                                                    ca 15 °C, hell
 
Frostunempfindliche Kübelpflanzen
Buchs, Ligusterkugeln und andere auch im Winter dekorative Pflanzen, die im Kübel oder Topf stehen und im Freien überwintern sollen, sind großen Temperaturunterscheiden ausgesetzt. Ist die Topfgröße zu klein gewählt, dann können die Gefäße platzen oder die Pflanzen im Topf erfrieren. Deshalb immer ausreichend große Gefäße auswählen. Immergrüne Pflanzen sollten an frostfreien Tagen etwas gegossen werden. Darauf achten, dass überschüssiges Wasser ablaufen kann. Am besten auf Tonfüßchen, kleine Hölzchen oder passende Kieselsteine stellen.
 
Winterschutz: die Pflanze können mit Schilfmatten o.ä. geschützt werden, aber nie die ganze Pflanze in z.B. Noppenfolie einwickeln, sondern nur den Topf oder den oberen Pflanzenteil. Das Gefäß außen mit Laub oder Folie ausfüttern und mit einem Jutesack oder- Tuch dekorativ umbinden.
 
Rosen
Bei Rosen muss die empfindliche Veredlungsstelle geschützt werden. Dies geschieht schon beim Pflanzen, in dem die Rose tief genug gepflanzt wird. Ein zusätzliches Anhäufeln im Winter mit Erde oder ein Abdecken mit Tannenreisig bietet weiteren Schutz. Die Abdeckung verhindert auch ein vorzeitiges Austreiben im Frühling. Bei Hochstammrosen sitzt die Veredlung hoch über dem Boden, sollte aber auch mit einem Jutetuch oder Tannenreisig geschützt werden. Topfrosen können an einem windgeschützten Platz auf der Terrasse oder Balkon überwintern.
 
Winterschutz für die Rose: Eine Abdeckung mit Laub, Tannenreisig oder Kompost und das Einpacken in Noppenfolie oder eine Kokosmatte bietet guten Schutz.
 
Winterschutz für Stauden ? 
Eine interessante Frage, die dazu Meinungen gehen weit auseinander. Der eine Gartenbesitzer lehnt den Winterschutz ganz ab, der andere wieder kann darauf nicht verzichten. Recht haben sie beide: in klimatisch begünstigten Lagen ist er nicht notwendig, in den rauen Gegenden schon. 
 
Trotz aller Zusagen sollte man auch die Winterhärte vieler neu eingeführter und bei uns akklimatisierter Stauden nicht überschätzen. Ebenso wenig wie die Tatsache, dass einige Stauden durch züchterische Bearbeitung einen Teil ihrer natürlichen Winterhärte eingebüßt haben. Eine Abdeckung mit Reisig ab Mitte November schützt wertvolle Stauden vor dem Frost.
 
Das Auspolstern mit Gartenlaub ist zwar billiger, aber für viele Stauden nicht geeignet. Wird das Laub nass, liegt es zu dicht auf und lässt zu wenig Luft an die Pflanze, diese kann verfaulen. Diese Nachteile hat z.B. Tannenreisig nicht.

Stauden wie die Fackellilie benötigen unbedingt einen Schutz. Die Pflanze wird oben zusammen gebunden, der Wurzelbreich sollte mit Tannenreisig abgedeckt werden. Hohe Gräser  (z.B. Pamapas-Gras)  sollten auch zusammen gebunden werden. Das sieht dekorativ aus und verhindert ein Zusammenbrechen der Pflanze durch Schnee und Regen. Im Frühjahr wird das trockene Laub abgeschnitten
 
Die meisten Stauden schützen sich selbst, indem sie sich in den Boden zurückziehen. Immergrüne Pflanzen, die auch im Winter ihr Blattwerk behalten, sollten mit Laub, Tannenreisig oder Schilfmatten vor Frost, Wind und Wintersonne geschützt werden. Pflanzen die an Südlagen stehen sind wegen der großen Temperaturdifferenzen besonders gefährdet..
 
Heruntergefallenes Laub ist kann als Winterschutz auf Beeten oder im Staudengarten liegen bleiben. Nur die Blätter der weißblühenden Kastanie sollten eingesammelt und entweder verbrannt oder zu Kompostierungsanlage gefahren werden, um die Vermehrung der Kastanienminiermotte zu minimieren.
 
Die Zwiebeln von Dahlien, Canna, und Gladiolen müssen spätestens jetzt aus dem Boden und im Keller gelagert werden. Sonst sind sie beim ersten Frost matsch.
 
Immergrüne Pflanzen im Garten:

Auch in der kalten Jahreszeit assimilieren immergrüne Pflanzen Sonnenstrahlen in Energie um und gerade das kann im Winter zum Problem werden: die Wintersonne scheint und die Blätter verdunsten Wasser. Die Zufuhr aus dem Boden ist aber durch den Frost unterbrochen. Es heißt dann schnell, die Pflanze ist erfroren, sie ist aber vertrocknet! Das Vertrocknen kann verhindert werden, wenn man wertvolle Immergrüne mit z.B. Schilfmatten vor der prallen Wintersonnen schützt und die Pflanzen in frostfreien Perioden etwas gießt.
 
Der Gartenteich:
Ein Winterschutz ist bei einem richtig angelegten Teich nicht notwendig. Frostempfindliche Wasserpflanzen sollten herausgenommen und im Keller gelagert werden. Bei der Gelegenheit kann auch das heruntergefallene Laub aus dem Teich gefischt werden, bevor es absinkt.