Persische Rosen in der Gartengestaltung

Für mich, als Jemanden, der Gärten plant stellt sich oft die Frage, welche Rolle die Rose bei der Gestaltung moderner Gärten überhaupt noch spielen kann. Die Rose ist für die meisten Menschen meiner Generation (geboren in den 80er Jahren) oft nur eine verschwommene Erinnerung an Omas Garten, an stachelige und etwas altbackene Gewächse alla Edelrose.

 

Bei Planungsgesprächen stelle ich jedoch fest, dass es durchaus ein Comeback der Rose gibt bzw. daß die Rose wieder nachgefragt wird. Viele Gartenbesitzer möchten Ihren Garten abheben von den sterilen Kiesvorgärten mit spärlicher und eher unnatürlicher Bepflanzung. Die aktuellen Gartentrends gehen hin zu mehr Natürlichkeit, auch zu Bienen- und vogelfreundlichen Gehölzen im eigenen Garten. Und gerade die ungefüllten Rosen sind von den Insekten gesuchte und sogar Insekten anziehende Dauerblüher. Grund genug, um diesen Rosen und ihrer Herkunft etwas mehr Raum zu widmen.

 

Uralte Freundschaft

Rosen begleiten den Menschen seit Jahrtausenden und spielten in vielen Kulturen, in den Religionen und der Mythologie eine große Rolle. Die Rose ist das Symbol der Liebe und hat so auch den Eingang in Literatur und die Gartenkultur vieler Völker geschafft. Die persische Gartenkunst ist schon über  3.000 Jahre alt und wurde vor allem im heutigen Iran sowie dessen benachbarten Staaten kultiviert. Von dem altiranischen Wort Garten („Paradaidha“) leitet sich übrigens auch unser Begriff Paradies ab!

In Persien hat wahrscheinlich auch die Gewinnung von Rosenöl ihren Ursprung. Wenn man also auf den Spuren der Rose wandelt, dann kommt man automatisch bei den orientalischen Gärten an!  

 

Geometrisch, aber nicht langweilig

Strukturiert sind Orientalische Gärten in einem Quadratsystem. Ein rechtwinkliger Garten mit zwei sich rechtwinklig kreuzenden Achsen. Das Verhältnis von Bepflanzung zu Bebauung ist ausgewogen. Ein typisches Beispiel hierfür sind von Pflanzen umgebene Wasserbecken und Wege. Ein Konzept - das in Abwandlung -durchaus zu unserer heutigen gradlinigen und minimalistischen Architektur passt.

 

Bezeichnend für diese Form der Gartenarchitektur ist die Verbindung von inneren hofartigen Gärten mit äußeren Gärten. Die Übergänge sind durch Bauwerke (Tore oder Bögen) gekennzeichnet. In ihrer symbolischen Bedeutung stehen die Hofgärten für das Häusliche und Familiäre, die äußeren Gärten für die Welt.

 

Ein persischer Garten kann verschiedenen Gesetzmäßigkeiten folgen. Zum einen gibt es den „Hajat“, bei dem  Schönheit und Ästhetik des Gartens im Vordergrund steht. Dieser Garten ist klassisch angelegt, die Bepflanzung sparsam, aber geschmackvoll. Im Gegensatz dazu steht der „Bagh“, in ihm bilden Rasen, Beete, Bäume und Wasserläufe den Rahmen für Erholung und Entspannung. Unabhängig der Formalen Form, zeigt sich hier das Spiel mit Licht und Schatten. Durch kunstvoll gearbeitete Pavillons oder die gekonnte Anordnung von Bäumen und Stäuchern werden verblüffende Schattenspiele erzeugt. Und natürlich kommt dem Wasser kommt eine bedeutende Rolle zu. Im heißen und trockenen Orient ist jeder Tropfen Wasser kostbar, früher wurde es durch lange Kanäle in die Gärten geleitet.  Das Wasser ist ein weiteres typisches Merkmal, das einem persischer Garten erst zu seiner einzigartigen Wirkung verhilft.

Immergrüne Bäume und Büsche, aber auch Obstgehölze wie Birne, Pfirsich oder Pflaume und Blühpflanzen gehören unbedingt in einen persischen Garten. Dabei reicht der Spielraum für die Bepflanzung von minimalistisch bis üppig.

 

Die Leitpflanzen der orientalischen Gärten sind:

Palmen,

Zypressen,

Granatäpfel

und natürlich die Rosen

 

Diese Gärten besitzen dann auch ein optimales Mikroklima und sind geschätzte Erholungs- und Zufluchtsorte.

 

Der Grundgedanke, immer noch aktuell

Überträgt man den Leitgedanken der Persischen Gartenkunst in die heutige Zeit, erkennt man schnell, daß die die Ansprüche an einen Garten immer noch die gleichen sind. Auch heute ist der  Garten ein Zufluchtsort, wenn auch nicht auf der Flucht vor Hitze und Trockenheit,  sondern oft vor der der Hektik unserer schnelllebigen  Welt.  Und das Wasser im Garten hat immer noch eine beruhigende Wirkung und ist im modernen Gartendesign ein gerne genutztes Stilmittel.  Der heutige Garten ist, wie der persische Garten von vor 3000 Jahren, ein Ort der Entspannung und der Ruhe, eben eine kleine Oase in einer rauen Welt.

 

Wir, das Team der Gartenzentrale APPEL,  wollen zum diesjährigen Rosentag genau dieses Gefühl auf unsere Verkaufs-und Ausstellungsflächen übertragen. Gradlinige und gespiegelte Gartenarchitektur und das Erlebnis Wasser,  umspielen wunderbare Rosen aus tausendundeiner Nacht.

 

Wir freuen uns auf Ihren Besuch am 10. Juni  und darauf, eine der bedeutendsten und vielseitigsten Pflanze der Kulturgeschichte zu präsentieren.

 

Florian Koch

 

 

Rose im Bild:'Eye to Eye R', Danke an hugsandkisses.eu